🦴 Gelenkerhaltende Arthrosetherapie der Gelenke
Ganz kurz - was ist Arthrose?
Bei einer Arthrose löst sich langsam aber sicher der Knorpelbelag im Gelenk auf. Das ist die Gleitschicht im Gelenk. Am besten erkennt man was gemeint ist, wenn man die nachfolgenden Bilder betrachtet.
Gesunder glatter Knorpel eines Kniegelenkes - Bild von Kniespiegelung(Arthroskopie)
2° - 3° Arthrose Kniegelenk. Deutlich erkennbare Auffaserungen. Hier macht die Gelenkerhaltende Therapie am meisten Sinn. Bild von Kniespiegelung
3°-4° Arthrose Kniegelenk mit teilweise aufgebrochenem Knorpelbelag. Auch hier ist eine Kniegelenkserhaltende Therapie noch sinnvoll oder zumindest einen Versuch wert.
Bild von Kniespiegelung
Rechts im Bild erkennbar schwere 4° Arthrose im Knie mit freiliegendem Knochen. Eine Gelenkerhaltende Therapie ist hier nicht mehr möglich. Egal, was Sie injizieren, das wird nichts mehr. Vor Implantation einer Knieprothese.
Knorpelschaden - keine Arthrose. Hier ist eine operative „ Reparatur“ möglich
Wie entsteht Arthrose?
Überbelastung normalen Knorpels oder normale Belastung geschädigten Knorpels.
Die Ursachen können verschieden sein und sind noch nicht ganz geklärt. Auch Rheuma kann eine Ursache für Arthrose sein.
Der letztliche Prozess der Arthroseentstehung läuft dann immer gleich ab.
Zunächst aufbrechen der Knorpelschicht, in der Kniespiegelung als feine Auffaserungen erkennbar s.o.. Abriebprodukte bilden sich und führen zu einem Entzündungsvorgang im Gelenk und Veränderung der Flüssigkeitszusammensetzung im Gelenk. Der Knorpel baut sich dadurch weiter ab und es kommt zu einer Abwärtsspirale im Gelenk,welche im kompletten Knorpelabbau endet.
Die Frage ist, was man dagegen tun kann?
Es gibt viele verschiedene Gelenkerhaltende Ansätze. Physiotherapie, Bestrahlung, physikalische Therapie, Nahrungsergänzungsmittel und Gelenkinjektionen.
Man kann alles kombinieren.
Gelenkinjektionen wirken am schnellsten, darum seien sie hier als erstes aufgeführt.
Ich biete verschiedene Arten von Medikamenten und Medizinprodukten zur Injektion in Gelenke bei Arthrosen an.
Je nach Art und Stadium Ihrer Erkrankung und je nach Gelenk berate ich Sie in der Wahl der Substanz.
Mein Ehrgeiz liegt darin, dass Sie nachher sagen - ‚ Ja, das war richtig und es war sein Geld wert`
1. Kortison (Glukokortikoide) – alleinige Anwendung
Wirkprinzip:
Stark entzündungshemmend (hemmt Zytokine, Prostaglandine).
Reduziert Gelenkschwellung, Schmerz und Wärme.
Vorteile:
Rasche Wirkung (oft innerhalb weniger Tage).
Besonders bei aktivierter (entzündlicher) Arthrosephase sinnvoll.
Nachteile / Risiken:
Kurzzeitwirkung (meist 2–6 Wochen).
Wiederholte Injektionen können Knorpelabbau fördern.
Gefahr von Infektionen, lokalen Atrophien.
Indikation:
Akut entzündlich aktivierte Arthrose, nicht Dauertherapie.
2. Hyaluronsäure – alleinige Anwendung
Wirkprinzip:
Ersatz bzw. Ergänzung der viskoelastischen Gelenkflüssigkeit.
Verbesserung der Gelenkschmierung und Dämpfung.
Mögliche Stimulation der endogenen Hyaluronsäureproduktion und knorpelprotektive Effekte.
Vorteile:
Gute Verträglichkeit.
Mittelfristige Wirkung (mehrere Monate).
Nachteile:
Wirkung oft erst nach mehreren Injektionen.
Studienlage heterogen, Wirksamkeit individuell unterschiedlich.
Indikation:
Leichte bis moderate Arthrose, chronische Phase.
3. Kombination: Hyaluronsäure + Kortison
Wirkprinzip:
Kombination aus schneller Entzündungshemmung (Kortison) und mittelfristiger Gleitverbesserung(Hyaluronsäure).
Vorteile:
Kortison verschafft schnelle Schmerzlinderung, Hyaluronsäure verlängert den Effekt.
Studien zeigen teils additive Effekte.
Nachteile:
Risiken des Kortisons bleiben bestehen (Knorpelabbau bei häufiger Anwendung).
Indikation:
Aktivierte Arthrose mit chronischer Symptomatik, bei der beide Mechanismen sinnvoll sind.
4. Wachstumsfaktoren (PRP – Platelet-Rich Plasma)
a) PRP allein
Wirkprinzip:
Autologes plättchenreiches Plasma enthält Wachstumsfaktoren (PDGF, TGF-β, VEGF), die Regeneration und Entzündungshemmung fördern.
Vorteile:
Biologisch, körpereigen, risikoarm.
Studien zeigen teils bessere Ergebnisse als Hyaluronsäure bei leichter bis moderater Arthrose.
Nachteile:
Wirkung individuell, abhängig von Aufbereitung.
Keine Standardisierung der Verfahren.
Indikation:
Frühe bis mittlere Arthrose, regenerativer Ansatz.
b) PRP + Hyaluronsäure
Wirkprinzip:
Kombination aus biologischer Regeneration (PRP) und mechanisch-viskosem Schutz (HA).
Vorteile:
Additiver Effekt: bessere Gleitfähigkeit + regenerative Stimulation.
Erste Studien zeigen tendenziell bessere Ergebnisse als Monotherapie.
Nachteile:
Höherer Kostenaufwand, begrenzte Evidenz.
Interesse an Stammzelltherapie (SVF)?
Da es sich um ein (relativ) teures Verfahren handelt, habe ich der Sache ein extra Kapitel gewidmet.
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