PRP Wachstumsfaktorenbehandlung bei Sehnenschäden und Arthrose 2018-10-18T16:13:55+00:00

Wachstumsfaktorenbehandlung bei Sehnenschäden und Arthrose (PRP)

Was ist PRP?

PRP bedeutet Platelet Rich Plasma, also Blutplätchenreiches Plasma. Blutplättchen heißen in der Fachsprache Thrombocyten.
Blutplättchen sind die kleinsten Blutzellen.  Sie sind ca 2-4 Mikrometer im Durchmesser. Sie zirkulieren 10 Tage im Blut und werden dann von der Milz abgebaut. Thrombocyten sind nicht nur verantwortlich für die Blutgerinnung sondern haben maßgeblichen. Anteil an der Gewebereparatur.

Man kann sich diese Thrombozyten wie kleine Beutel vorstellen, welche im Blut zirkulieren und angefüllt sind mit über 1000 verschiedenen inaktiven Wachstumsfaktoren. Platz der Beutel werden die Wachstumsfaktoren freigesetzt und aktiviert.Zusätzlich sind Stoffe enthalten, welche Entzündungen unterdrücken.

Zusammenfassung der Eigenschaften von PRP

  1. Wachstumsfaktoren stimulieren das Wachstum von Knorpelzellen und von Bindegewebszellen. Gewebsabbauende Vorgänge werden durch die Bindung von Interleukin 1 gehemmt, das ist wichtig, da wesentlicher Bestandteil des Arthroseteufelskreises der Abbau von Knorpelzellen ist. Interleukin 1 ist daran beteiligt.
  2. Fördert die Wanderung und Vermehrung von mesechymalen Stammzellen
  3. Wirkt antientzündlich, d.h. schmerzlindernd
  4. Ein bestimmtes Protein ( programmiertes Todeszell Protein 5 )wird herunterregulliert .Das Absterben von Knorpelzellen wird dadurch verlangsamt.
  5. Körpereigener Stoff. Unschädlich.

Wie wird PRP hergestellt ?

Die Herstellung ist relativ einfach. Es werden ca 15 ml Blut aus der Armvene entnommen und steril in einem speziellen Gefäß in einer Zentrifuge geschleudert. Dies bei 2000 U/min. 5 Minuten lang. Im Überstand, welcher sich dann bildet, dem sogenannten Plasma sammeln sich so die Blutplättchen und sorgen für eine 3 fache Konzentration im Vergleich zum Normalblut. Verschiedene Firmen bieten Komplettlösungen für die sterile Zubereitung an, so z.B. die Firma Arthrex. Danach richtet sich dann der Name des PRP Produkts.  So z.B. ACP bei Arthrex.

Hilft das was ?

Es gibt mittlerweile seit vielen Jahren verlässliche und seriöse wissenschaftliche Arbeiten zur Wirkung von PRP. Eine Liste von Veröffentlichungen folgt am Ende des Textes. Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass PRP wirksam ist. Auch in soggenannten Doppelblindstudien – Arzt weiß nicht was er injiziert und Patient weiß nicht was er bekommt – konnte die Wirkung im Vergleich zum Scheinmedikament ( Placebo) erwiesen werden. Weiter konnte festgestellt werden, dass PRP der Hyaluronsäure , sowie Cortison bei Injektion ins überlegen ist. PRP wirkt zwar nicht so schnell, dafür langanhaltend. Positiv wirkt sich eine Wiederholung eines Injektionszyklusses nach 12 Monaten aus. Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten beziehen sich auf 3 Injektion in 1 – 2 wöchigem Abstand.
Bei klinischen Anwendern werden in der Regel 5 Injektionen verabreicht.

Wirkungen bei einzelnen Gelenken

Schulter

Gute Ergebnisse bei Schleimbeutelentzündung , Schultergelenksarthrose und bei sog. Frozen Shoulder, auch Schultersteife genannt. Die Ereignisse bei Injektion nach Naht der Schultersehnen ( Rotatorenmanschette ) sind uneinheitlich. Es gibt lediglich Hinweise darauf, dass der erneute Riss der Sehne seltener ist.
Eindeutig ist jedoch, dass bei oben angegebenen Indikationen , bei welchen man durch die Bank auch Cortison anwenden könnte, PRP länger und besser wirkt.

Hüftgelenk

Verschiedene Formen des Hüftimpingement sowie die Hüftgelenksarthrose des jungen Menschen sind einer Therapie mit PRP zugänglich. Die Wirkung wird verbessert, wenn unter sonographischer Kontrolle injiziert wird.

Kniegelenk

Sehr gute Wirksamkeit. Auch bei fortgeschrittener Arthrose deutliche Schmerzlinderung. Besser als Hyaluronsäure. Die Wirksamkeit von PRP scheint unabhängig vom Arthrosegrad zu sein.

Patellaspitzensyndrom

Wirksamkeit bei 80% der behandelten Patienten Achillessehnenschmerzen und Teileinrisse Sechs Monate nach 1 – 3 Injektionen hatten 75% der Patienten weniger Schmerzen, 95% keinen Ruheschmerz mehr und 68% keine Schmerzen mehr beim Sport.
PRP nach Knorpeltherapie oder Transplantation
Bessere Ergebnisse. Die Behandlung mit PRP nach Knorpeltransplant wurde von einer
Forschergruppe als Standard vorgeschlagen

Zusammenfassung

Die Krankenkasse bezahlt das Verfahren trotz Wirksamkeit, wie übrigens auch Hyaluronsäure, nicht. Meine Erfahrungen mit PRP oder ACP – ich wende das Verfahren seit 4 Jahren an – sind insgesamt recht positiv und manchmal erstaunlich. Gerade bei Kniegelenksarthrosen verwende ich ACP auch in Kombination mit Hyaluronsäure. Die Beschwerden lassen sich auf diese Weise schneller lindern, da PRP eine Zeit lang benötigt um zu wirken, Hyaluronsäure eher nicht. Um Enttäuschungen vorzubeugen muss aber gesagt sein, dass PRP nicht immer hilft, denn wie heißt es so schön – „ die Statistik beleuchtet nicht den Einzelfall“. Durch sorgfältige

Beratung und eindeutige Diagnostik des Krankheitsbildes des Patienten, sprich Patientenselektion, läßt sich jedoch die Anzahl an „ Therapieversagern“ deutlich reduzieren.

Dr. med. Johannes Quercetti Marktplatz 11 70173 Stuttgart
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Literatur

1.J. Enneper:
Platelet Rich Plasma in der Orthopädie: State of the Art
Orthopädie & Rheuma Ausgabe 6/2015

2. Andia L et al.:
Expert OpinBiolTher. 2015 Jul;15(7):987–99. doi: 10.1517/14712598.2015.1038234. Epub 2015 Apr 20.

3. Braun J. et al.:
Am J Sports Med published online March 14, 2014. doi: 10.1177/0363546514525593

4. Campbell KA et al.:
Arthroscopy. 2015 May 29. pii: S0749-8063(15)00353-9. doi: 10.1016/j.arthro. 2015.03.041.

5. Cerza F et al.:
Am J Sports Med. 2012 Dec;40(12):2822–7. doi: 10.1177/0363546512461902. Epub 2012 Oct 25.